Am 11. Nov. diesen Jahres schien es den vor Langweile geplagten Gildenchefs & Offi‘s nichts Besseres einzufallen, wie ein Wettbewerb unter den Gildenmembern. Doch nicht nur irgendeinem – Nein! - es musste ein
Angel-Wettbewerb sein. Und so hallte die verlockende Verkündung durch das Forum.
Der Start:
Pünktlich stehen
Yaku,
Kîdara und
Kill an den gründlich geprüften und in langer Vorbereitung ausgesuchten Fischgründen und warten ungeduldig darauf, dass der Zähler von 16:59 auf 17:00 springt. Mit der Demotivierung „Möge der bessere Pala gewinnen!“ erhofft sich Yaku nicht nur einen Mentalen Vorteil, sondern gibt somit den Startschuss für den Wettbewerb. Und schon peitschen die Angelschnüre durch die Luft. Bereits nach kurzer Zeit hat Yaku einen beachtlichen Vorsprung von 3 Fischen, dicht gefolgt von Kill und mit großem Rückstand bildet Kîdara das Schlusslicht. Doch was ist das!? Ein tragischer Zwischenfall bei Kill. Ein Gnom hat sich in ihrer Angelschnur verheddert!!! Ist das ihr vorzeitige Aus?
Mit leichter Verspätung tauchen die nächste Kontrahentin auf –
Jesi. Trotz deutlichem Rückstand nimmt diese Blutelfe die Herausforderung tapfer an und beginnt mit der Dezimierung der Fische in Azeroth. Doch schon nähert sich das nächste Problem auf leisen Samtpfötchen den Wett-Anglern ~ oder eher Yaku. Denn; Seine Miezekatze hat Hunger! Bevor der Stubentiger feststellen muss, das USB-Mäuse nicht zum Verzerr geeignet sind, beschließt Yaku notgedrungen etwas Katzenfreundlicheres im nahen Supermarkt zu organisieren. Die Chance für Kill! Endlich des Gnoms entledigt und im See versengt, kann sie ihren minimalen Rückstand aufholen.
Selan, der nächste Anwärter auf den 3. Platz, hat soeben das schuppige Schlachtfeld betreten. Seine Taktik, viel reden, um die anderen vom angeln abzuhalten. Bevor er überhaupt richtig in Angelfahrt kommt, ist es auch schon 20:15 Uhr – Zwangspause aka Raid. In derzeit wo sich Angelrute und Fischschwärme erholen und ausruhen können, überlegen die Wettstreiter bereits wie sie die Nacht überstehen und Kontrahenten kurzzeitig ausschalten können. Literweise Kaffee und das Animieren „Mach doch was anderes!!!“ sind nur wenige der vielen im TS besprochenen und heiß diskutierten Taktiken.
Die Zielgerade:
Der Wettbewerb liegt in den letzten Zügen. Die Fischgründe rund um den Azerothball sind ausgeschöpft und überfischt. Doch keine Sorge. Begeisterte Fischfreunde sorgten im Vorfeld für ordentliche Nachzuchten, die nach beendigen dieses Angelwettstreits in ihren natürlichen Lebensräumen ausgesetzt werden. Zurückblickend betrachtet haben sich besonders zwei Angler den Goldenen Goldfisch mehr als verdient – Yaku & Kill. Stets einander auflauernd, umkreisten beide die schneebedeckten Eisberge der Gefrorenen See Northrends und schubst, wenn möglich, den jeweils anderen ins eiskalte Wasser. Vorteil hier, wer sich Taure nennt!
Während Yaku laut brüllend seinen Fischschwarm vor Kill, ihrem (See)Löwen Galeon und ihrem Drachen verteidigt, bevorzugt Kill die eher ruhige ‚Kusch-Kusch‘-Methode um die Blutelfe zu verscheuchen. Währt der eine, durch mangelndes Zielwasser, den Schwarm nicht trifft und ausgelacht wird, geht dem anderem der Fisch, der gerade angebissen hat, durch die Lappen. Das Verspotten ist bereits zur Tagesordnung übergegangen, so wie das vor Müdigkeit vor den Eisberg fliegen oder taumelnd ins Wasser zu stürzten.
Um den Wiedersacher zu behindern seinen Fang einzuholen, hat auch hier jeder seine ganz eigene, spezielle Technik entwickelt. Yaku steuert seinen Drachen in den Schwarm des Tauren, wobei er ihn fast ertränkt und lässt die Fische mit einem Happs im Schlund verschwinden. Mit der Drohung; das sie ihm vom Drachen schubsen wird, wenn er ihr erneut zu nahe kommt, versucht Kill zu retten wo nichts zu retten ist. Schelmisch lachend antwortet Yaku, das ER der Drache sei. Was für den Tauren lediglich bedeutet, ihn das nächste Mal Gewichte um den Hals zu werfen, wenn er in Reichweite kommt und ihn so auf den Meeresboden zu versenken. Kill hingegen – ein Meister unter den Tierbändigern – schickt kurzerhand ihren (See)Löwen ins erfrischende Nass und zum Fischschwarm an dem Yaku sich gerade als Angelmeister versucht und hofft inständig, dass dieser genervt weiterzieht.
Besonders an einem Tag stand es um den Bestand der Klafteraale in Uldum sehr schlecht, wohingegen die Vorräte in der GildenBank aus allen Nähten platzten. Nach einigen Stunden des aktiven Angelns, war kein einziger Schwarm mehr vor dem weitläufigen Sandstrand zu finden – für mehrere Stunden! An alle Tierschützer von Azeroth (falls sowas vorhanden); Beschwerden hierzu bitte an folgendes Postfach schicken ‚10 5 19 9‘ (JESI), dort wird ihnen geholfen ... oder auch nicht!
Hin und wieder wurde auch der Schwarm der vor Ort lebenden Tundrapinguine aufs drastische dezimiert – zumindest von Kill & Galeon – so berichten einige Beobachter. Ob aus schlichter Entspannung, Ruhe vor deren trompetenhafte Rufe und lautes Schnarren oder Fütterung der Großkatze, ist bisweilen unklar. Denn der Taure gab sich bei dieser Frage im Interview sehr Wortkarg und Aggressiv. Verständlich wäre es für jeden, der sich Tagelang von ‚gefrolzenen‘ Fischen ernähren müsste, so ihre letzten Worte.
Besonders interessant war der kurzweilige Joda in Form von Wettangler Yaku. Die Vermutungen der anderen Kontrahenten reichten von Verwirren, über einen Unfall, wo Angelschnur und Hals eine wichtige Rolle spielen, bis hin zu Halluzinationen von sprechenden Fischen, die einem drei Wünsche erfüllen. Doch in Wirklichkeit war es ein alarmierendes Zeichen von Flüssigkeitsmange, denn um sich ja keinen Fisch entgehen zulassen, wagte er es nicht seine Angelrute aus den Händen zu legen, um nach der Trinkflasche zu greifen. Das Verlangen nach einem helfenden Strohhalm war in zweierlei Sicht von Nöten.
So bleibt noch aus, wer am Ende die begehrte Goldfischtrophäe mit nach Hause nehmen wird und sie sich, wohl verdient, auf den Kaminsims stellen kann – oder neben die Feuerstelle im Wigwam. Denn diese, wohl wichtigste Entscheidung der kommenden Tage, liegt nicht in den Händen der Angler, so wie die eigene Angelrute, sondern den Veranstaltern dieses ungewöhnlichen Wettstreits in World of WarCraft.
Die Siegerehrung:
Einer der wohl wichtigsten Tage in World of WarCraft, neben dem alljährlichen Besuch von Allvaterwinter oder dem Wolpertinger, nähert sich der Gilde
Recourse. Der Tag der Bekanntgabe des Siegers des Angel-Wettbewerbs steht vor der Tür und zu diesem Anlass ließ sich wohl kein besserer Ort auf ganz Azeroth finden, wie der Pier vom Bilgewasserhafen in Azshara! Öliges Wasser, verschmutze Luft, Lärm der Maschinen und die einschüchternde Kanone auf der Spitze der kleinen Insel – von den ganzen Goblins mal abgesehen – war wohl für die Veranstalter das passende Happening für diese Zeremonie. Zumindest war für die Festbeleuchtung gesorgt.
Lassen wir die vergangenen Tage des heiteren Angelns noch mal Revue passieren, vor allem die Tage an denen besonders „viel“ passierte. Jeder Angler unter uns weiß wie spannen diese Art der Jagt doch sein kann. Angelknoten & Vorfachmontagen. Angelwissen auf einen Blick. Daten und Fakten für Praxis und Prüfung – ein Fremdword für unsere Teilnehmer.
Die Diskussion über das beste Werkzeug der Angler der Gilde eskalierte unter den männlichen Teilnehmern eher zu etwas ... dass ich hier nicht näher Ausarbeiten möchte. Die Behauptungen, das gewissen Angeltuten
MAID IN ALLY sind und das deren Qualität mehr als fragwürdig ist, sind nur die Spitze eines Eisberges. Soviel soll gesagt sein, ab diesem Zeitpunkt sah ich die ‚
Meisterliche Angelrute der Kalu’ak‘ und die ‚
Knöcherne Angelrute‘ mit GANZ anderen Augen. Auch die Behauptung von Yaku ‚er sein, wie die Erbauer seiner Angel, Eins mit dem Wasser‘ wurde von Kîdara mit dem folgenden Zitat ins Lächerliche gezogen; „Bloß weil du alle paar Stunden Wasser lässt, bist du nicht eins mit dem Wasser.“.
Ein ganz besonderes Augenmerk sollte man auf den Kontrahenten Kîdara werfen. Innerhalb von nicht mal zwei Tagen holte er seinen erschreckenden Rückstand auf und versetzte den Führenden einen gewaltigen Stoß. Es ist bekannt, das Meerschweinchen in eine Panikstarre verfallen, aber das Blutelfen in eine Art Panik-Angeln verfallen ist weitgehend neu und bedarf dringenden wissenschaftlichen Untersuchungen. Denn gleich bei Zweien wurde dieses neue faszinierende Phänomen gesichtet. So kam es auch schließlich das Yaku Kill beinahe dazu zwang mehr zu angeln, obwohl dieser bereits die Hufe entspannet hoch gelegt und die Angel in die hinterste Ecke seines Wigwams versteckt hatte. Denn er hatte den Tauren vor lauter Panik, seinen heißgeliebten 2. Platz zu verlieren, überholt. Mit den Worten; „Ich bin jetzt eine Rauchen und wenn ich wiederkomme will ich, dass bei dir 3k steht“ ließ er den verwirrten Tauren in Orgrimmar zurück.
Ohne euch länger auf die Foltre zu Spannen, kommen wir endlich zu der Ehrung der wenigen Teilnehmer.
Der
1. Platz geht an den Tauren Jäger
Kill, den sie sich mit 3.000 geangelten Fischen reichlich verdient hatte. Ihr Gewinn: 8.000 Gold und einen Welpen aus Dun Morogh.
Der
2. Platz geht an die Blutelf Paladindame
Yaku die er sich mit 2.818 Fischen erkämpfte. Sein Gewinn: 4.000 Gold und Kriegsstiefel der mächtigen Fürsten.
Mit 2.365 Fischen erangelt sich die Blutelf Priesterin
Kîdara den
3. Platz des Wettbewerbs. Sein Gewinn: 2.000 Gold und eine Verzauberte Laterne.
Ein Wort danach; die GildenBank stinkt allmählich nach langsam vor sich hin gammelndem Fisch, Kill leidet seit dem an einer schrecklichen Fischphobie, Yaku ist nun schließlich doch den anonymen Halluzinierenden beigetreten und Kîdara leidet an einem unkontrolliertem und bisher unbekanntem Blubber-zwang.
So Long, and Thanks For All the Fish
Petri Heil wünscht
Kill aka Stybbel